BIM – Definition, Entwicklung, Funktionsweise und Mehrwert

BIM ist mehr als 3D-Planung. Es ist die Grundlage für strukturierte Bauwerksdaten über den gesamten Lebenszyklus – von der Planung bis zum Betrieb.
1. Definition: Was ist BIM?
BIM (Building Information Modeling) ist eine digitale Arbeitsmethode zur durchgängigen Planung, Realisierung und Bewirtschaftung von Bauwerken. Im Zentrum steht kein einzelnes 3D-Modell, sondern ein konsistenter Datenbestand, der alle relevanten Informationen zu einem Bauwerk enthält – geometrisch, technisch, kaufmännisch und organisatorisch.
BIM ist damit kein Softwareprodukt, sondern eine Methode, die beschreibt, wie Bauwerksdaten:
- strukturiert erzeugt,
- gemeinsam genutzt,
- versioniert,
- ausgewertet und
- über den gesamten Lebenszyklus weiterverwendet werden.
Das digitale Bauwerksmodell wird zur Single Source of Truth für alle Projektbeteiligten.
2. Entwicklung: Von CAD zu BIM
Die Entwicklung von BIM ist eng mit der Digitalisierung der Bauindustrie verbunden:
- 1980er / 1990er:
CAD ersetzt Zeichenbretter. Fokus liegt auf 2D-Plänen, Daten sind fragmentiert. - 2000er:
Erste objektbasierte 3D-Modelle (Wände, Türen, Bauteile mit Eigenschaften). - 2010er:
BIM etabliert sich als kollaborative Methode. Themen wie IFC, openBIM und CDEs gewinnen an Bedeutung. - Heute:
BIM wird zunehmend als Lebenszyklus-Datenmodell verstanden – von der Planung über den Bau bis in Betrieb, Instandhaltung und Rückbau.
Der entscheidende Wandel:
Vom Plan zum Datenträger.
3. Funktionsweise: Wie BIM praktisch arbeitet
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3.1 Objektorientiertes Modell
In BIM bestehen Gebäude aus Objekten, nicht aus Linien:
- Wände
- Räume
- Anlagen
- Maschinen
- Bauteile
Jedes Objekt besitzt:
- Geometrie
- Eigenschaften (Material, Hersteller, Leistung)
- Beziehungen zu anderen Objekten
- Dokumente, Pläne und Versionen
3.2 Dimensionen von BIM
- 3D: Geometrie
- 4D: Zeit / Bauablauf
- 5D: Kosten
- 6D: Betrieb & Nachhaltigkeit
- 7D: Facility- und Asset-Management
Je weiter man in den Lebenszyklus geht, desto wichtiger werden strukturierte Daten gegenüber reiner Geometrie.
3.3 Zusammenarbeit im Datenraum
BIM erfordert einen gemeinsamen Datenraum (CDE):
- zentrale Datenhaltung
- klare Rollen- und Rechtekonzepte
- Versionierung und Nachvollziehbarkeit
- Zugriff für interne und externe Beteiligte
4. Mehrwert von BIM
4.1 Für Planung und Bau
- Weniger Planungsfehler durch Kollisionsprüfungen
- Bessere Koordination aller Gewerke
- Höhere Termin- und Kostensicherheit
- Transparente Entscheidungsgrundlagen
4.2 Für Betreiber und Eigentümer
- Strukturierte Übergabe statt Planordner
- Klarer Überblick über Assets, Anlagen und Räume
- Grundlage für Wartung, Instandhaltung und Umbauten
- Vorbereitung für regulatorische Anforderungen (z. B. Nachhaltigkeit, Dokumentationspflichten)
4.3 Für den gesamten Lebenszyklus
Der größte wirtschaftliche Hebel von BIM liegt nicht im Bau, sondern im Betrieb.
Hier entstehen über Jahrzehnte die höchsten Kosten – und genau hier entfaltet strukturierte Information ihren Wert.
5. BIM und AIRdBASE: Vom Modell zur nutzbaren Datenbasis
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In der Praxis zeigt sich jedoch häufig:
- BIM-Modelle bleiben nach der Übergabe ungenutzt
- Daten sind schwer zugänglich
- Betreiber arbeiten wieder mit Excel, PDFs und Ordnerstrukturen
AIRdBASE schließt diese Lücke.
5.1 Ergänzung statt Konkurrenz zu BIM
AIRdBASE ersetzt kein BIM-Modell.
AIRdBASE nutzt die Ergebnisse von BIM und macht sie:
- zugänglich
- strukturierbar
- betreibbar
Objekte aus BIM (Räume, Anlagen, Maschinen) werden in AIRdBASE zu lebenden Datenobjekten mit:
- Dokumenten
- Stammdaten
- Historien
- Ereignissen
- Kommunikation
5.2 Smart IDs als Brücke zur Realität
Jedes Objekt erhält eine Smart ID (QR Code):
- direkter Zugriff auf alle Informationen
- Nutzung vor Ort – ohne BIM-Software
- ideal für Betrieb, Wartung und Service
Damit wird aus dem digitalen Modell eine praktisch nutzbare Plattform für den Alltag.
6. Fazit
BIM ist ein zentraler Baustein der Digitalisierung im Bauwesen – aber kein Selbstzweck.
Der eigentliche Mehrwert entsteht, wenn die im BIM erzeugten Daten über den Bau hinaus sinnvoll weiterverwendet werden.
AIRdBASE setzt genau hier an:
- strukturiert Daten über den gesamten Lebenszyklus
- verbindet Planung, Bau und Betrieb
- macht Informationen dort verfügbar, wo sie gebraucht werden
BIM liefert die Daten.
AIRdBASE macht sie nutzbar.
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