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Digitale Grundlagen & Schlüsselbegriffe
15. Januar 2024

Zero Trust: Definition, Entwicklung, Funktionsweise und Mehrwert

Zero Trust: Definition, Entwicklung, Funktionsweise und Mehrwert

Zero Trust bedeutet: kein implizites Vertrauen, vollständige Kontrolle. Warum dieses Sicherheitsmodell zur Grundlage moderner, webbasierter Plattformen wird – und was das für AIRdBASE bedeutet.

1. Definition: Was bedeutet Zero Trust?

Zero Trust ist ein Sicherheitskonzept für IT-Systeme, das auf einem klaren Grundsatz basiert:
„Never trust, always verify.“

Im Gegensatz zu klassischen Sicherheitsmodellen gibt es bei Zero Trust kein implizites Vertrauen – weder innerhalb noch außerhalb eines Netzwerks. Jeder Zugriff auf Daten, Anwendungen oder Systeme wird konsequent geprüft, unabhängig davon, ob er aus dem internen Netzwerk, aus der Cloud oder von extern erfolgt.

Weder Standort, IP-Adresse noch Netzwerkzugehörigkeit gelten als Vertrauensanker. Entscheidend sind:

  • Identität des Nutzers
  • Zustand des Geräts
  • Kontext der Anfrage
  • Berechtigung für genau diese Aktion

2. Entwicklung: Warum Zero Trust entstanden ist

Zero Trust ist eine Antwort auf fundamentale Veränderungen in der IT-Landschaft:

Früher:

  • Klare Netzwerkgrenzen (Perimeter)
  • Interne Netze galten als „vertrauenswürdig“
  • VPN = Zugang zum gesamten Netzwerk

Heute:

  • Cloud-Anwendungen und SaaS
  • Mobile Arbeit, Homeoffice, externe Dienstleister
  • APIs, Webplattformen, verteilte Systeme
  • Zunehmende Angriffe trotz Firewalls

Die Annahme „innen sicher, außen gefährlich“ funktioniert nicht mehr. Zero Trust entstand, um Sicherheitsmodelle an diese Realität anzupassen.

3. Funktionsweise: Wie Zero Trust technisch umgesetzt wird

Zero Trust ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Architekturprinzip, das sich aus mehreren Bausteinen zusammensetzt:

a) Starke Identitäten

  • Jeder Zugriff ist an eine eindeutige Identität gebunden
  • Nutzer, Geräte, Services und APIs werden gleichbehandelt

b) Kontextbasierte Zugriffskontrolle

Zugriffe werden dynamisch bewertet, z. B.:

  • Wer greift zu?
  • Von welchem Gerät?
  • Von welchem Standort?
  • Zu welchem Zeitpunkt?
  • Auf welche Ressource?

c) Minimalprinzip (Least Privilege)

  • Zugriff nur auf genau das, was benötigt wird
  • Keine pauschalen Netzwerkfreigaben
  • Zeitlich begrenzte Rechte

d) Kontinuierliche Verifikation

  • Zugriffe werden nicht nur beim Login geprüft
  • Auch während der Sitzung erfolgt Überwachung
  • Änderungen im Kontext können Zugriffe sofort entziehen

e) Segmentierung statt Netzvertrauen

  • Ressourcen werden einzeln geschützt
  • Anwendungen, Daten und APIs sind logisch isoliert
  • Ein kompromittierter Zugang führt nicht zum Gesamtsystem

4. Mehrwert: Warum Zero Trust wirtschaftlich sinnvoll ist

Zero Trust ist nicht nur ein Security-Trend, sondern ein Enablement-Modell für moderne Geschäftsprozesse.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Höhere Sicherheit
    Angriffsflächen werden drastisch reduziert, laterale Bewegungen verhindert.
  • Sicherer externer Zugriff
    Externe Dienstleister, Partner und Kunden können gezielt eingebunden werden – ohne VPN-Risiken.
  • Bessere Cloud- und SaaS-Integration
    Zero Trust passt zu webbasierten Plattformen und verteilten Systemen.
  • Skalierbarkeit
    Sicherheit wächst mit Organisation, Nutzern und Objekten mit.
  • Compliance-Unterstützung
    Klare Zugriffskontrollen, Protokollierung und Nachvollziehbarkeit erleichtern regulatorische Anforderungen.

5. Zero Trust im Kontext von AIRdBASE

AIRdBASE folgt dem Zero-Trust-Gedanken konsequent auf Anwendungsebene:

  • Keine impliziten Netzwerkvertrauen
    Zugriff erfolgt über definierte Rollen und Rechte – nicht über Netzwerkzugang.
  • Objektbasierte Berechtigungen
    Nutzer sehen nur die Gebäude, Anlagen, Maschinen oder Dokumente, für die sie freigegeben sind.
  • Externe Nutzer ohne Sicherheitsbruch
    Dienstleister, Betreiber oder Kunden erhalten gezielten Zugriff – ohne Systemrisiken.
  • Webbasiert statt VPN-getrieben
    Sicherheit wird über Identitäten, Rollen und Kontexte gesteuert – nicht über Tunnel.
  • Skalierbar für Lebenszyklen
    Vom Bauprojekt über Betrieb, Instandhaltung bis zum Digitalen Produktpass.

Damit wird Zero Trust nicht als theoretisches Sicherheitsmodell umgesetzt, sondern als praktische Grundlage für moderne Asset-, Facility- und Servicemanagement-Prozesse.

Fazit

Zero Trust ist kein Misstrauensvotum gegenüber Nutzern – sondern ein realistisches Sicherheitsmodell für eine vernetzte Welt.
Es schafft die Voraussetzung dafür, offen, digital und kollaborativ zu arbeiten, ohne Sicherheit zu kompromittieren.

Oder anders gesagt:
Wer vernetzt arbeiten will, braucht klare Identitäten – nicht vertrauenswürdige Netze.